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Das Forvm: Kampfschrift gegen unterdrückende Systeme
Friedrich Torberg konzipierte das FORVM nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Exil als kulturpolitische Kampfschrift gegen den Kommunismus. Torbergs radikaler Kampf gegen den "Totalitarismus jeglicher Spielart" resultierte aus seiner eigenen politischen Verfolgung während des Nationalsozialismus.

In der ersten Ausgabe vom Jänner 1954 wurde "An Stelle eines Leitartikels" die Blattlinie festgelegt, die das FORVM 42 Jahre lang prägte: "Wir sind also eindeutig antitotalitär, das schon. Aber einförmig? – Nein, das zum Beispiel nicht."

Inhaltlich war Torbergs FORVM, das er zwölf Jahre lang als Chefredakteur und Mitherausgeber leitete, bestimmt durch den Wiederaufbau nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Es galt in Österreich die intellektuellen Grundlagen für die Zweite Republik in gesellschaftlicher, kultureller sowie politischer Hinsicht zu schaffen. Einen besonderen Stellenwert nahm beim "kalten Krieger" Torberg die Rubrik Ost/West ein.

Von der 68-er Revolte bis zur Anti-Atom-Bewegung
Als Nenning 1966 nach siebenjähriger Redaktionstätigkeit die Herausgeberschaft übernahm, scherzte Torberg 'in vollem Ernst': "Nennings NEUES FORVM ist das Blatt, gegen welches ich das alte FORVM gegründet habe." Tatsächlich hatte Nenning das FORVM bereits während der Torberg-Zeit behutsam auf andere Wege geführt.

Die Ära Nenning von 1966 bis 1986 war eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Umbrüche und zählt wohl zu den spannendsten Epochen der Zeitschrift. So fand etwa die 68er Revolution einen weitläufigen Diskussionsraum, ebenso der christlich-marxistische Dialog. In weiterer Folge entfachten sich die heftigsten Debatten, Streitgespräche und Polemiken zur Friedensbewegung, zur Frauen- und zur Öko-Bewegung.

Neue politische und globale Machtverhältnisse
In die Herausgeberschaft Gerhard Oberschlicks von 1987 bis 1995 fällt der Zusammenbruch des Ostblocks und die chaotische Neuverteilung der globalen Machtverhältnisse. Ein Umstand, der Oberschlick veranlasste, sich intensiv mit verfassungsrechtlichen und allgemein rechtlichen Themen zu beschäftigen. Innenpolitisch finden die "Waldheim-Affäre" und der Aufstieg Jörg Haiders ihren Widerhall. Das FORVM widmet sich in dieser Zeit verstärkt der österreichischen Innenpolitik sowie der "Vergangenheitsbewältigung".

21 387 Seiten Zeitgeschichte
Das FORVM ist ein überaus bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument, das den bewegenden politischen und gesellschaftlichen Wandel der 50er bis 90er Jahre widerspiegelt. Die dreißigbändige Gesamtausgabe des FORVM-Reprint umfasst auf 21.387 Seiten insgesamt 6.664 Beiträge in 504 Heftnummern – sie ist in sechs Schuber unterteilt und noch bis zum 30. Juni 2004 zum ermäßigten Subskriptions-Preis von EUR 1.200,- erwerbbar. Für LeserInnen, die sich besonders für bestimmte Zeitepochen interessieren, ist das FORVM auch in einzelnen Schubern zum Preis von je EUR 160,- bis EUR 240,- erhältlich.

Nähere Infos und Bestellmöglichkeit bei: www.ueberreuter.at


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